Nach langen Wegen. Russlanddeutsche in Geschichte und Gegenwart

Was ist deutsch am Russlanddeutschen? Was blieb russisch am Deutsch-Russen? Falsche Fragen, begriffliche Verwirrung und eine Fülle von Vorurteilen bestimmen das Bild der größten Gruppe von Zuwanderern, die seit vielen Jahren unser Land bereichern. Sowohl ihrer Vorgeschichte als auch ihrer aktuellen Lebenssituation ging diese Ausstellung genauer auf den Grund.

Die Ausstellung sollte weit verbreitete Vorurteile beseitigen und eine gemeinsame und verbindende Geschichte freilegen. Sie leistete einen Beitrag zur Integration durch die Präsentation russlanddeutscher Lebenswege und Geschichten, die den Einheimischen in Gütersloh und Umgebung fremd sind.

russlanddeutsche„Schwer beeindruckt“ zeigte sich Thomas Kufen, Integrationsbeauftragter des Landes Nordrhein-Westfalen, der die Ausstellung besuchte. Kufen überzeugte sich bei der Führung mit Dr. Katharina Neufeld, Leiterin des Museums für russlanddeutsche Kulturgeschichte in Detmold, davon, dass die Ausstellung eineder besonderen Art wart, weil dabei die Menschen selbst zu Wort kamen. „Eine Darstellung, die das Herz öffnet“, betonte Kufen. Allein nach Nordrhein-Westfalen seien 700.000 Russlanddeutsche aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion gekommen, und obwohl diese Russlanddeutschen als wichtiger Teil der Gesellschaft gelten, seien sie vielfach noch fremd geblieben.

Die Ausstellung stellte zum einen authentische Exponate in den Mittelpunkt, zeigte aber zum anderen dank der Unterstützung von örtlichen Kulturvereinen auch die Lebenswege von Menschen auf, die in Gütersloh eine neue Heimat gefunden haben. Hier hatten sich vor allem die Schülerinnen und Schüler der Elly-Heuss-Knapp-Schule und deren Eltern engagiert. „Die Hälfte der Schülerinnen und Schüler unserer Schule hat ihre Wurzeln nicht in Deutschland“ berichtete Schulleiter Johannes Reckendress. Mit Hilfe ihrer Erfahrungen konnte aufgezeigt werden, wie Integrationsarbeit funktioniere.

Mehr zu dem Thema unter russlanddeutsche.de.

Vom 26. April bis zum 12. Juli 2009 (verlängert)