Fotoprojekt „Gütersloh aus Sicht der Flüchtline“

Fünf aus Syrien bzw. dem Irak geflüchtete junge Männer, zwischen 19 und 25 Jahre alt, haben in Gütesloh eine neue Heimat gefunden – und mit der Digitalkamera festgehalten, was ihnen in dieser Stadt aufgefallen ist.

Nach einer Idee von Steffen Böning, Geschäftsführer der Weberei/Bürgerkiez gGmbH, und in Kooperation mit dem Café Connect der Diakonie, einem Treffpunkt für Migranten und ehrenamtliche Helfer, wurde dieses Fotoprojekt verwirklicht. Rebwar Nasih, Shear Alwai, Sami Sliman, Dlgash Sliman und Mahmud Mustafa fotografierten im Innenstadtbereich, was ihnen ungewöhnlich, kurios oder merkwürdig vorkam, weil sie es in dieser Form aus ihrer alten Heimat nicht kannten: Streugutbehälter, Behindertenparkplätze, Parkscheinautomaten, unterschiedlich farbige Mülltonnen und den Bücherschrank gegenüber dem Rathaus, um nur eine Handvoll Beispiele zu nennen.




Was genau die Fotografen an den abgelichteten Objekten so bemerkenswert fanden, steht auf Deutsch, Englisch und Arabisch neben den Bildern. Im Fall des Bücherschranks: „Ich verstehe nicht, warum es einen Schrank mit Büchern in der Stadt gibt, obwohl es eine >Riesenbücherei gibt. Die Leute aus Gütersloh könnten einfach dorthin gehen, aber sie nutzen die Chance nicht und die Bücher müssen zu ihnen kommen.“

Aner auch ungewollt tragische Bilder entstanden bei dem Projekt. „Dass man beim Abriss des Foto-Ramhorst-Gebäudes an das eigene, bombenzerstörte Zuhause in Syrien denken kann, wird einem erst bei solch einer Aktion klar“, erklärt Weberei-Projektkoordinatorin Anja Hermjohannknecht.

Mit Fotos von

  • Shear Alwai, 25 Jahre
  • Rebwar Nasih, 23 Jahre, Kurdistan
  • Mahmud Mustafa, 19 Jahre, Kobanê, Syrien
  • Dlgash Sliman, 23 Jahre, seit 7 Monaten in Deutschland (davon 5 in Gütersloh)
  • Sami Sliman, 22 Jahre

Vom 3. Oktober bis 4. Dezember 2016