Zeitzeugengespräch zum §175

Zum zweiten Mal fanden die Aktionstage „Gütersloh verliebt sich“ gegen Homo- und Transphobie statt. Gerne und spontan war das Stadtmuseum als Veranstaltungsort eingesprungen: Am 21. Mai 2017 luden wir zum Zeitzeugengespräch zur Geschichte des Diskriminierungsparagraphen 175 in unsere Dauerausstellung ein. Für Generationen schwuler Männer hatte das Leben mit dem Paragraphen 175 StGB schwere Folgen. Diese wirken in der älteren Generation bis heute nach. Ein offenes schwules Leben war nicht möglich, solange Razzien, Denunziation und ständige Angst vor „Entdeckung“ für schwule Männer zum Alltag gehörten.  Denunziation oder gar eine Verurteilung reichte vielfach für den Verlust der bürgerlichen Existenz aus. Ab 1969 wurde der Paragraph 175 StGB entschärft, aber erst 1994 aufgehoben. Die Urteile blieben jedoch rechtskräftig. Nach einem Vortrag des Bundesverbands schwuler Senioren berichtete ein Zeitzeuge aus Düsseldorf über das Leben unter dem diskriminierenden Gesetz und erzählte, wie die Verurteilung sein Leben beeinflusste.