Einsatz in Tsingtau. Ostwestfälische Soldaten in der deutschen Kolonie

„Tsingtao-Bier“ ist dem einen oder anderen Chinarestaurant-Besucher heute noch bekannt. Dass diese Brauerei ein Überbleibsel aus der kurzlebigen deutschen Kolonialgeschichte in China ist, dürften hingegen nur noch wenige wissen. Bis zum 11. November 2018 zeigen wir gemeisam mit den Stadtarchiven Gütersloh und Harsewinkel sowie dem Kreisarchiv Warendorf, dass „Tsingtau“ vor und während des Ersten Weltkriegs auch in Ostwestfalen ein Begriff war.

1897 hatte das Deutsche Kaiserreich mit einem durch militärische Drohkulissen forcierten Pachtvertrag das „Deutsche Schutzgebiet Kiaotschau“ erworben. Als Hauptstadt dieses Gebiets war die Stadt, die im deutschen damals „Tsingtau“ und heute „Qingdao“ geschrieben wird, Sitz des deutschen Gouverneurs und Garnison des III. Seebataillons der Marine. Über den Militärdienst kamen auch Soldaten aus Ostwestfalen nach Fernost und auch einige der in China tätigen Missionare hatten Wurzeln in der Region.

Nach Kriegsausbruch 1914 war der kleine deutsche Außenposten leichte Beute für Briten und Japaner, die die Kolonie bereits im November des ersten Kriegsjahres einnahmen. Für die dort stationieren Deutschen war die Niederlage Beginn einer mehrjährigen Kriegsgefangenschaft und Odyssee, die sie teilweise erst 1920 wieder in die Heimat zurückführte.

Die Ausstellung zeichnet zunächst die heute weitgehend vergessene Geschichte der kleinen deutschen Kolonie in China nach und zeigt anhand einiger Biografien aus den Kreisen Gütersloh und Warendorf, wie es Menschen aus der preußischen Provinz Westfalen (rund 300 der Soldaten dürften aus dem Gebiet des heutigen Ostwestfalens gekommen sein) in die chinesische Provinz Shandong verschlug und was sie dort erlebten.

Die Tageszeitung „Die Glocke“ berichtete online ›über die Ausstellung, und auch das Westfalen-Blatt war ›Auf deutschen Spuren in China.

Vom 30. September bis 11. November 2018